Wiesenpieper

lt_160725_0313

lt_160725_0242

Juli auf dem Feldberg: Die Wiesen sind duften nach Bärwurz und sind übersät mit Blumen, Arnika, Margerite und Türkenbund bilden den Aspekt – ein wundervolles Umfeld für den dort brütenden „Wipi“ …

Libellen – alte Leidenschaften…

Mehrere Jahre lang waren Libellen meine liebsten und fast ausschließlichen Fotomotive. Das hat sich dann irgendwann natürlich geändert, wie ja auch an der Vogellastigkeit des Blogs leicht abzulesen ist. In diesem Sommer ist trotzdem ein paar Mal die alte Leidenschaft wieder aufgeflackert und ich war mehrmals gezielt frühmorgens draußen, um taubenetzte Libellen zu fotografieren. Früher war mein oberstes Ziel immer eine großformatige klassische Aufnahme. Solche Bilder hab‘ ich inzwischen aber von den meisten Arten und benötige eigentlich keine neuen. Was mich zur Zeit reizt, ist vielmehr, die Stimmung beim Libellenfotografieren am frühen Morgen zu transportieren. Man schleicht langsam durchs hohe, nasse Gras, wo man Ruheplätze von Libellen vermutet… – und entdeckt dann manchmal schon auf mehrere Meter zwei hell leuchtende Flügelpaare im sanften dämmrigen Gegenlicht:

Feuerlibelle

Diese Freude daran, so etwas Schönes zu entdecken, die wollte ich irgendwie fotografieren. Und mich außerdem als Fotograf möglichst weit zurücknehmen, einfach nur das abbilden, was ich sehe und was mich erfreut – ohne fototechnische Sperenzchen, um das Bild interessanter zu machen. Vielleicht laufe ich dabei aber auch latent Gefahr, daß die Bilder im Ergebnis zu langweilig und beliebig geraten.

lt_160823_0002

lt_160823_0007

lt_160627_0007

lt_160627_0003

lt_160627_0012

Wenn sich rund um Sonnenaufgang das Licht sehr rasch ändert, ändert sich auch die Wirkung der Libellen. Ihre Umgebung leuchtet und funkelt nun im Licht viel aufdringlicher als vorher. Der Tau auf den Flügeln der Libelle leuchtet und funkelt natürlich auch bedeutend mehr, wenn erst das Sonnenlicht drauffällt, aber ich empfinde den Unterschied als nicht so gewichtig.

lt_160627_0019

Hier im Südwesten hat man bei Sonnenaufgang leider an den meisten Stellen das Pech, daß der Schwarzwald dem eigentlichen Sonnenaufgang im Weg steht. Wenn die Sonne sich dann erst über den Bergrücken gekämpft hat, ist sie schon relativ hell und scharf, mit den entsprechenden Auswirkungen auf den Kontrastumfang. Das heißt, daß das Zeitfenster für richtig tolles Licht extrem kurz ist – bei klarer Luft höchstens wenige Minuten. Danach kann man nach Hause, Kaffee trinken.

lt_160908_0002

lt_160908_0014

lt_160908_0053

lt_160908_0026

Waldohreule

LT_160704_0124

In den letzten Tagen bin ich zweimal eine Waldohreulenfamilie besuchen gefahren. Die Möglichkeit ergab sich spontan nach einem Tipp von Ralph, mitten in Freiburg. Infolge der Nähe zu Menschen sind die Eulen an dieser Stelle extrem zutraulich und das ermöglicht tolle Beobachtungen. Tagsüber sitzen die Waldohreulen ziemlich gut versteckt in dichten Koniferen, in der Regel aber erstaunlich niedrig (teilweise keine 2 Meter über dem Boden), und hat man mal eine Lücke im Geäst gefunden, kann man trotz der meist unfotogenen Sitzposition mit etwas Geduld doch ganz anständige Bilder machen. Nach Sonnenuntergang werden die Eulen aktiv und beginnen, in der Umgebung zu jagen.

LT_160704_0081

LT_160704_0067

LT_160704_0057

LT_160704_0117

LT_160704_0091

LT_160701_0113

LT_160704_0156

Blauracke am Kaiserstuhl

LT_160529_0100

Zur Zeit fotografiere ich nur sehr wenig und auch wenig brauchbares. Viel schöner und wichtiger, ja dringlicher, war es heute morgen, eine gestern entdeckte Blauracke am Kaiserstuhl anzuschauen – und wir hatten Glück: der seltene Gast war noch da und zeigte sich ausgezeichnet. Für gute Fotos freilich zu weit weg, aber eine tolle Beobachtung war es allemal. Meine bisherigen Blaurackensichtungen in Südfrankreich und Montenegro waren viel kürzer und aus größerer Distanz.

Die meiste Zeit saß der Vogel blaurackentypisch auf einer Stromleitung, zwischendurch begab er sich aber auch ins Rebgelände hinab. Ein toller Anblick, die in Deutschland als Brutvogel ausgestorbene Art nun hier anschauen zu dürfen. Möglicherweise ist das Vergnügen aber auch schon vorbei, denn nachmittags wurde die Racke leider nur einmal kurz, später gar nicht mehr gesehen. Vielleicht ist sie schon wieder weg. Ich hoffe nicht.

Eventuell brauche ich demnächst eine neue Blog-Rubrik „Seltene Vögel“ für fotografisch uninteressante Belegaufnahmen.😉

LT_160529_0113

LT_160529_0036

LT_160529_0084

LT_160529_0245

Alpenbraunellen am Feldberg

LT_160410_0083

Dieser Tage wurde in ganz Deutschland ein bemerkenswerter Einflug von Alpenbraunellen festgestellt. Diese größere Verwandte der allgemein bekannten Heckenbraunelle kommt normalerweise nicht nördlich der Alpen vor und zieht auch nicht umher. Daher gab es bisher auch kaum Beobachtungen im übrigen Deutschland. Doch aus m.W. völlig unklaren Gründen wurden in der letzten Woche an verschiedensten Stellen Alpenbraunellen gefunden – einige im Schwarzwald, aber auch im Harz, im Taunus, in Sachsen und sogar einzelne an Nord- und Ostseeküste. Dieses einmalige Phänomen korreliert mit einem ganz vergleichbaren Auftreten von Schneesperlingen – einer Art mit ganz ähnlichen Gewohnheiten wie die Alpenbraunelle. Ein Schneesperling wurde sogar auf Helgoland gefunden.

Auf ornitho.de wurden die Beobachtungen von Alpenbraunellen in Deutschland heute wie folgt dargestellt:

alpenbraunellen ornitho

Als am letzten Samstag jeweils ein gutes Dutzend Alpenbraunellen und Schneesperlinge auf dem Feldberg entdeckt wurden, mußte ich auch unbedingt da hoch, um mir die seltenen Gäste anzusehen. Früh morgens ging es los – zunächst an den Kaiserstuhl, wo ich noch eine Brutvogelkartierung erledigen mußte, anschließend sofort auf den Feldberg. Die ersten Alpenbraunellen fand ich gleich beim Anstieg, als ich das Bismarck-Denkmal erreichte. Auf den schneefreien Felshängen unterhalb des Denkmals hüpften zwei Braunellen herum. Später fand ich noch weitere Braunellen rund um den Turm und auch beim Abstieg noch eine einzelne. Die Schneesperlinge konnte ich trotz langer Suche nur einmal kurz auf weite Entfernung im Spektiv sehen – aber immerhin. Dafür waren die Alpenbraunellen recht zutraulich und wuselten immer wieder in meiner Nähe herum. Allein dafür hatte sich die Fahrt ins noch recht winterliche Gebirge gelohnt.

LT_160410_0049

LT_160410_0095

LT_160410_0109

LT_160410_0092

LT_160410_0076

 

Am Bodensee

LT_160220_0154

Am letzten Samstag waren Christian, Magdalena, Jaköbchen und ich mal wieder am Bodensee. Noch hier sind große Wasservogeltrupps anzutreffen, aber schon bald werden sich viele Enten und Taucher wieder auf den Zug in ihre nordischen Brutgebiete begeben. Der Anblick tausender Enten auf der Seefläche ist schon etwas Erhebendes.

Bei der Suche nach Seltenheiten hatten wir an diesem Tag ein glückliches Händchen und fanden 5 Ohrentaucher, einige Zwergschwäne und eine Eiderente, und außerdem eine sich ungewöhnlich fotogen präsentierende Moorente. Diese Art überwintert in Deutschland überwiegend in der Bodenseeregion, und dennoch braucht es Glück und Geduld, eine zwischen den tausenden Reiher-, Tafel- und Kolbenenten auszumachen. Eine so schöne Moorentenbeobachtung hatte ich noch nie vorher. Außerdem waren v.a. Löffelenten teilweise ziemlich nah und so ergaben sich unerwartet viele Fotogelegenheiten.

LT_160220_0061

LT_160220_0034

LT_160220_0063

LT_160220_0121

LT_160220_0112

LT_160220_0093

LT_160220_0083

LT_160220_0136

LT_160220_0092

LT_160220_0091

 

Gorges du Verdon

LT_150823_0014

Ende August waren Magdalena, Jaköbchen und ich für eine Woche in Südfrankreich. Wir wollten uns mal eine neue Ecke anschauen und fuhren diesmal in die östliche Provence, an den Rand der Verdonschlucht. Die Schlucht ist teilweise fast 700m tief und landschaftlich dementsprechend beeindruckend. Ein besonderes Flair wird ihr zudem von den hier wieder angesiedelten Gänsegeiern verliehen: es ist einfach toll, in solch einer großartigen Kulisse zum Himmel zu schauen und da die riesigen Vögel kreisen zu sehen.

Wir hatten uns vorab Tipps besorgt, wo man gute Blicke auf die Geier erhaschen kann, und fuhren auch schon am zweiten Tag mal zu einem Aussichtspunkt. Schon aus mehreren Kilometern hatte ich die ersten Vögel im Fernglas gefunden. Das wäre aber gar nicht nötig gewesen. Es gibt nämlich Parkplätze an den landschaftlich besonders reizvollen Stellen der Route des Cretes, die sich an den Steilklippen entlangschlängelt – und genau dort fliegen in schöner Regelmäßigkeit die Geier dicht vorbei. Also je spektakulärer der Ausblick, umso größer der Parkplatz und umso besser die Chancen auf hervorragende Geiersichtungen.

Gucken ist also recht leicht. Fotografieren weniger, denn die Gänsegeier starten erst am späten Vormittag in den Tag, wenn es genügend Thermik gibt. Da wir meistens sehr sonniges Wetter hatten, kann man das Knipsen dann aufgrund des harten Lichts ebenso gut sein lassen. So haben wir uns größtenteils mit eher dokumentarischen Schnappschüssen begnügen müssen. Andererseits hatten wir, während wir morgens darauf warteten, daß sich die Geier in die Lüfte erheben möchten, auch andere schöne Beobachtungen von Alpenkrähen und Felsenschwalben sowie auch von Schlangenadlern, Blauracke und Zippammer.

Verdon heißt aber nicht nur Gänsegeier. Gleich am Straßenrand und auf Brachflächen fanden wir – gemessen an der Jahreszeit erstaunlich – viele Schmetterlinge, darunter auch Arten, die bei uns kaum zu kriegen sind wie den Graublauen Bläuling. Und Makrofotografie macht ja auch Spaß. Vielleicht gerade weil es so schwierig war, von den Vögeln ästhetisch ansprechende Bilder zu bekommen, machte das Fotografieren der kleinen Falterchen Freude. Denn dabei hat man doch wesentlich mehr Kontrolle über die Gestaltung und die Lichtführung.

So vertrieben wir uns die Woche sehr schnell mit Faltern (bei schönem Licht), Geiern (bei scheiß Licht), länglichem Herumgegurke auf den Serpentinen, schändlicher Vernachlässigung der Landschaftsfotografie und dem Konsum billigen Rotweins. Ein schöner Urlaub!


Klicke hier, um per E-Mail Benachrichtigungen über neue Beiträge zu erhalten