Herbstmorgen

Ein kurzer weiterer Besuch in der Sächsischen Schweiz vor knapp zwei Wochen brachte zwar fotografisch fast nichts ein, aber immerhin war die Herbstfärbung dort gerade auf ihrem Höhepunkt. Dieser Morgen war ohnehin verteufelt: Als ich endlich meinen Fotostandort ausgewählt hatte, klemmte ein Stativbein, sodaß es sich nur bis auf halbe Höhe aufbauen ließ. Anschließend wehrte sich meine Speicherkarte und mochte erst ihren Dienst versehen, als ich sie zweimal herausgenommen und wieder eingesetzt hatte. Neben mir stand ein anderer Fotograf, der seine Aufnahmen bereits im Kasten hatte, mir sehr interessiert bei meinem Gewurschtel zuschaute und mit den einfühlsamen Worten „Hm, die beste Stimmung ist ja jetzt vorbei“ entschwand, als ich dann endlich dieses Bild machte. Kurz darauf begann es kräftig zu regnen. Da war mir inzwischen aber eh alles egal…

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Bei den Gämsen liegt schon Schnee

Am Wochenende ging’s mal wieder in die Vogesen. „Meine“ GDT-Regionalgruppe Baden hatte eine gemeinsame Exkursion ins Auge gefaßt, für das Wochenende knapp zwei Dutzend Schlafplätze in einer Auberge nahe dem Hohneck reserviert und war erfreulicherweise fast vollzählig angereist. Wir hatten allerdings eher mit Herbst als mit Winter gerechnet. Die Vorhersage am Donnerstag prophezeite dann Schnee und durchwachsenes Wetter. Wenn man aus dem warmen Rheintal da hinauffährt und plötzlich im tiefen Winter steht, ist das schon ganz lustig.

Mitte Oktober

Nebelschwaden ziehen über die Berge

Unser Hauptziel waren, wie so oft, die Gämsen. Die Tiere hielten sich interessanterweise morgens und abends mehrfach in Gipfelnähe auf, um dort zu fressen – obwohl dort Schnee lag und wenige 100 m weiter unten im Wald keiner. So konnten wir Samstag morgens einer etwa 40-köpfigen Gruppe längere Zeit folgen und aus relativ geringer Distanz Aufnahmen machen. Leider fanden wir am Sonntagmorgen bei einer absolut phantastischen Nebelstimmung mit ab und zu durchbrechender Morgensonne keine Gämse – das wär’s noch gewesen, die Tiere mal in dieser Atmosphäre zu portraitieren. Man muß also noch ein paar Mal da hoch…

5 Tage Helgoland

Sandregenpfeifer

Endlich habe ich es mal nach Helgoland geschafft, der unter Naturfotografen und Vogelverrückten berühmten einzigen deutschen Hochseeinsel. Zusammen mit meinen Hamburger Freunden Thorsten und Danja verbrachte ich fünf Tage auf der Insel, hauptsächlich zum Vögelgucken. Die Kamera mußte aber natürlich mit und wurde ab und zu auch ausgepackt.

Helgoland ist unter Fotografen hauptsächlich für die große Seevogelkolonie und das Vorkommen von Kegelrobben und Seehunden bekannt. Ich interessierte mich mehr für die unscheinbaren durchziehenden Singvögel. Gerade im Herbst verschlägt es regelmäßig ornithologische Raritäten auf die Insel, die von weit her mit dem Wind verdriftet wurden und schließlich auf der Insel stranden. Die sind aber natürlich weitaus schwieriger zu fotografieren – erstmal muß man sie finden, und dann sind es oft hibbelige kleine Vögelchen, die gleich wieder verschwinden. Gute Fotos sind mir daher doch eher von den „helgoland-typischen“ Motiven geglückt. Gerade die Baßtölpel laden dazu ein, sich das eine oder andere Stündchen vor den Felsen zu stellen und die anfliegenden Vögel zu fotografieren. Ohne Baßtölpelbild wird man wahrscheinlich von der Insel nicht mehr weggelassen…