Wiesenpieper

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Juli auf dem Feldberg: Die Wiesen duften nach Bärwurz und sind übersät mit Blumen, Arnika, Margerite und Türkenbund bilden den Aspekt – ein wundervolles Umfeld für den dort brütenden „Wipi“ …

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Waldohreule

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In den letzten Tagen bin ich zweimal eine Waldohreulenfamilie besuchen gefahren. Die Möglichkeit ergab sich spontan nach einem Tipp von Ralph, mitten in Freiburg. Infolge der Nähe zu Menschen sind die Eulen an dieser Stelle extrem zutraulich und das ermöglicht tolle Beobachtungen. Tagsüber sitzen die Waldohreulen ziemlich gut versteckt in dichten Koniferen, in der Regel aber erstaunlich niedrig (teilweise keine 2 Meter über dem Boden), und hat man mal eine Lücke im Geäst gefunden, kann man trotz der meist unfotogenen Sitzposition mit etwas Geduld doch ganz anständige Bilder machen. Nach Sonnenuntergang werden die Eulen aktiv und beginnen, in der Umgebung zu jagen.

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Blauracke am Kaiserstuhl

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Zur Zeit fotografiere ich nur sehr wenig und auch wenig brauchbares. Viel schöner und wichtiger, ja dringlicher, war es heute morgen, eine gestern entdeckte Blauracke am Kaiserstuhl anzuschauen – und wir hatten Glück: der seltene Gast war noch da und zeigte sich ausgezeichnet. Für gute Fotos freilich zu weit weg, aber eine tolle Beobachtung war es allemal. Meine bisherigen Blaurackensichtungen in Südfrankreich und Montenegro waren viel kürzer und aus größerer Distanz.

Die meiste Zeit saß der Vogel blaurackentypisch auf einer Stromleitung, zwischendurch begab er sich aber auch ins Rebgelände hinab. Ein toller Anblick, die in Deutschland als Brutvogel ausgestorbene Art nun hier anschauen zu dürfen. Möglicherweise ist das Vergnügen aber auch schon vorbei, denn nachmittags wurde die Racke leider nur einmal kurz, später gar nicht mehr gesehen. Vielleicht ist sie schon wieder weg. Ich hoffe nicht.

Eventuell brauche ich demnächst eine neue Blog-Rubrik „Seltene Vögel“ für fotografisch uninteressante Belegaufnahmen. 😉

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Alpenbraunellen am Feldberg

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Dieser Tage wurde in ganz Deutschland ein bemerkenswerter Einflug von Alpenbraunellen festgestellt. Diese größere Verwandte der allgemein bekannten Heckenbraunelle kommt normalerweise nicht nördlich der Alpen vor und zieht auch nicht umher. Daher gab es bisher auch kaum Beobachtungen im übrigen Deutschland. Doch aus m.W. völlig unklaren Gründen wurden in der letzten Woche an verschiedensten Stellen Alpenbraunellen gefunden – einige im Schwarzwald, aber auch im Harz, im Taunus, in Sachsen und sogar einzelne an Nord- und Ostseeküste. Dieses einmalige Phänomen korreliert mit einem ganz vergleichbaren Auftreten von Schneesperlingen – einer Art mit ganz ähnlichen Gewohnheiten wie die Alpenbraunelle. Ein Schneesperling wurde sogar auf Helgoland gefunden.

Auf ornitho.de wurden die Beobachtungen von Alpenbraunellen in Deutschland heute wie folgt dargestellt:

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Als am letzten Samstag jeweils ein gutes Dutzend Alpenbraunellen und Schneesperlinge auf dem Feldberg entdeckt wurden, mußte ich auch unbedingt da hoch, um mir die seltenen Gäste anzusehen. Früh morgens ging es los – zunächst an den Kaiserstuhl, wo ich noch eine Brutvogelkartierung erledigen mußte, anschließend sofort auf den Feldberg. Die ersten Alpenbraunellen fand ich gleich beim Anstieg, als ich das Bismarck-Denkmal erreichte. Auf den schneefreien Felshängen unterhalb des Denkmals hüpften zwei Braunellen herum. Später fand ich noch weitere Braunellen rund um den Turm und auch beim Abstieg noch eine einzelne. Die Schneesperlinge konnte ich trotz langer Suche nur einmal kurz auf weite Entfernung im Spektiv sehen – aber immerhin. Dafür waren die Alpenbraunellen recht zutraulich und wuselten immer wieder in meiner Nähe herum. Allein dafür hatte sich die Fahrt ins noch recht winterliche Gebirge gelohnt.

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Millionen Bergfinken

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Seit Anfang Januar ist ein Massenschlafplatz von Bergfinken im Südschwarzwald bekannt. Ein Erlebnis, das man sich nicht entgehen lassen sollte! Die Zahl der Vögel geht in die Hunderttausende, wahrscheinlich sogar Millionen – allein das Geräusch eines vorbeirauschenden Schwarms lohnt den Besuch. Bei meinem ersten Besuch an der Stelle zusammen mit Joachim Wimmer und Klaus Echle waren wir noch allein, was sich inzwischen stark geändert hat: Bei gutem Wetter sind regelmäßig hunderte Leute da, verständlich, denn ein solches Spektakel lockt natürlich auch normale Menschen und nicht nur die üblichen Knalltüten!

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Die Finken fliegen etwa eine Stunde vor Sonnenuntergang ein, drehen einige ausführliche Runden und landen mal hier und mal dort auf Bäumen, bevor sie sich zum Schlafen hauptsächlich in dichten Nadelbäumen verkriechen. Diese Rundflüge riesiger Schwärme gehören zum Beeindruckendsten, was ich in letzter Zeit erlebt habe. Das Erlebnis ist, glaube ich, auf Fotos kaum auch nur ansatzweise zu transportieren. Zum ersten Mal seit Längerem ist es mir hier auch wieder geschehen, daß ich völlig baff war und die Kamera in der Hand ganz vergaß. Erst nach einem Moment des Sammelns war wieder daran zu denken, das eine oder andere Bild zu schießen…

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Bis in die Dämmerung fliegen immer mal Trupps auf und wechseln den Platz, wenn das Licht immer weniger wird… irgendwann ist es fast ruhig, und man vergißt, in einem Wald mit zwei Millionen Vögeln zu stehen.

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Faszination Mornellregenpfeifer

für Christian

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Der Mornellregenpfeifer (Charadrius morinellus), oft auch kurz Mornell genannt, ist für viele Vogelverrückte etwas ganz Besonderes. Für manche ist es „der“ Vogel schlechthin. Und auch vielen Laien ist er zumindest vom Namen her bekannt („der Vogel in der Hand“) – obwohl er bei uns eigentlich gar nicht vorkommt und nur auf dem Zug von seinen skandinavischen Brutgebieten ins nordafrikanische Winterquartier kurz in Mitteleuropa Halt macht. Muß also ein außergewöhnlicher Kerl sein.

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Ich hatte im Sommer letzten Jahres zum ersten Mal das Vergnügen mit der Art. Bei einem Besuch in Nordschweden (Blog-Artikel hier) hatte ich den lieben Mitreisenden einen Kasten Bier versprochen, falls wir einen Mornell finden würden. Und auf einem sehr unwirtlichen Bergrücken, auf dem sich sonst kein Vogel herumtrieb, klangen dann plötzlich Rufe aus der Luft und der Sehnsuchtsvogel landete in unserer Nähe.

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Vordergründig ist das Besondere am Mornellregenpfeifer seine geringe Scheu, auf schlau kann man auch Prädatorennaivität dazu sagen. Manche Individuen laufen tatsächlich nicht davon, sondern nähern sich dem Beobachter neugierig bis auf wenige Meter. Daher rührt übrigens das Artepitheton morinellus = kleiner Narr. Auch die Brutbiologie ist außergewöhnlich, bei dieser Art trägt nämlich das Weibchen das prächtigere Kleid und überläßt das Brutgeschäft weitgehend dem Männchen. Der Mornell brütet in einer flachen Mulde in karger Landschaft, und wir waren total hingerissen von dem wunderschönen zutraulichen Vogel, der sich eine so lebensfeindliche Umgebung aussucht, um darin seine Jungen aufzuziehen.

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Nach der großartigen Begegnung in Schweden (die, wieder zu Hause, natürlich entsprechend begossen wurde) dauerte es mehr als ein Jahr, bis ich wieder Mornells sah. Der Durchzug dieser Vögel geht sehr unauffällig in wenigen Tagen über die Bühne. Dabei ziehen sie meist in kleinen Gruppen, häufig zu dritt bis sechst, nicht selten auch einzeln. Wenn sie nicht nonstop ziehen – was im Frühjahr offenbar häufiger der Fall ist als im Herbst – dann machen sie regelmäßig auf traditionellen Rastplätzen halt. Diese sollten möglichst offen, weithin exponiert und mit ganz niedriger Vegetation bewachsen sein, so wie es der Mornell auch in seinem Brutgebiet liebt. In Mitteleuropa sind es merkwürdigerweise frisch abgeerntete Ackerflächen, die den rastenden Mornells besonders zusagen. Zuweilen rasten auch welche auf den Spitzen der Mittelgebirge. Zu bescheidener Berühmtheit hat es darüberhinaus der Cassonsgrat in den Schweizer Alpen gebracht, da auch dort sehr regelmäßig rastende Mornells beobachtet werden.

Während des diesjährigen Herbstzugs hatte ich Glück und konnte einen Dreiertrupp Mornells auf einem frisch abgeernteten Acker in der südlichen Oberrheinebene beobachten. Es waren ein adulter und zwei diesjährige Vögel. Auf dem Acker sind sie zwar nicht ganz so hübsch anzuschauen wie im schwedischen Fjäll, das Licht war Mist und ich war auch bei weitem nicht so nah dran… aber die Freude, die Mornells jetzt auch mal während des Durchzugs abgepaßt zu haben, war riesig.

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Als fleißige Leser des Blogs wißt ihr natürlich schon, daß es noch eine Fortsetzung gibt – ich hatte sie im vorangehenden Beitrag ja schon angekündigt. Mitte September war ich zusammen mit Joachim, Torsten und Christian am Niederhorn in der Schweiz, und die erhofften Steinböcke waren nicht aufzutreiben. Christian hatte, das darf ich hier hoffentlich erzählen, in den zwei vorangegangenen Wochen intensivst nach rastenden Mornells gesucht und keinen einzigen gesehen. Und dann, auf dem Rückweg zur Hütte nach erfolgloser Steinbocksuche, saß da im Licht der Stirnlampe ein Vögelchen auf dem Pfad…! Ein Mornell! Nein! Ja, doch! Ja!

(Leider gibts davon keine Bilder. Wir sind mit freudestrahlenden Gesichtern, uns gegenseitig unserer Ergriffenheit versichernd, in einem weiten Bogen um den Mornell herumgelaufen, damit er sich auf keinen Fall gestört fühlen möge. Außerdem hatten wir noch über eine Stunde Fußmarsch vor uns und schon ordentlichen Hunger.)

Am nächsten Morgen hielten wir’s kaum aus und marschierten zügig dahin, wo wir gestern im Dunkeln den Vogel gesehen hatten. Er war noch da!

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Und er blieb da, den ganzen Tag. Das Wetter war recht durchwachsen, immer wieder zog Nebel auf und gegen Nachmittag fing es an zu regnen, sodaß der junge Mornell – daß es ein diesjähriger war, sahen wir nun im Tageslicht mit Bestimmtheit – seinen Weiterzug noch aufschob. Er widmete sich ausgiebig der Suche nach Würmern und ruhte sich immer wieder für längere Zeit aus. Interessant war dabei sein Verhalten uns Fotografen gegenüber. Bei der Nahrungssuche mochte er wohl nicht abgelenkt werden und hielt meist knapp zehn Meter Abstand, es sei denn, man saß ganz still herum, dann stolzierte er uns teilweise fast auf die Füße. In den Ruhephasen hingegen suchte er sich meist einen hübschen Stein im Windschatten und nickte mehrmals weg, während wir um ihn herum saßen. Zeit für das berühmte Pölking-Zitat: „Es gibt kein größeres Kompliment für einen Naturfotografen, als wenn Tiere vor ihm einschlafen.“

Ich finde es immer großartig, soviel Zeit mit einem Vogel verbringen zu können und seine Gewohnheiten kennenzulernen. Solang er auf Nahrungssuche war, hielten wir uns zurück und warteten, ob er vielleicht zufällig in unserer Nähe vorbeitrippelte. Sobald er wieder eine Pause machte und – offenbar ziemlich desinteressiert an uns vieren – still herumsaß, versuchten wir neue Aufnahmen zu machen. So entstanden im Lauf des Tages an die 700 Bilder.

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Abends und in der Nacht war das Wetter dann so fies, dass wir recht sicher waren, unseren Mornell auch am Morgen wieder zu treffen. Bei diesen Bedingungen würde er nicht abgezogen sein. Und in der Tat schien er etwas unterhalb eines kleinen Gipfels fast auf uns gewartet zu haben und lief in der durchbrechenden Morgensonne hin und her.

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Das Wetter war an diesem Tag viel besser. Auch das Verhalten des Mornells änderte sich. Er hielt deutlich mehr Abstand von uns und fraß viele Würmer, um sich vor dem Weiterflug noch kräftig zu stärken. Als ob er sich seiner Abzugrichtung vergewissern wollte, hielt er sich bis zum späten Vormittag auf einer hohen Kuppe auf, von der er freie Sicht hatte. Wir mußten dann abreisen, und bestimmt ist auch der kleine Mornell bald aufgebrochen. Bevor wir gingen, wünschten wir ihm von Herzen eine gute Reise. Vielleicht sieht man sich ja wieder, auf einem Acker?

 

Libellenzeit

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Wie im vergangenen Jahr besuchte ich auch im August 2014 die Gebänderten Heidelibellen (Sympetrum pedemontanum). Nach längerer Suche hatte ich 2013 eine Stelle gefunden, an der diese recht seltene und sehr lokal vorkommende Art gut zu fotografieren ist, und auch gleich in zwei Blogeinträgen darüber berichtet (hier und dort).

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Den übrigen Sommer über habe ich kaum eine Libelle fotografiert, doch die Gebänderten reizten mich doch wieder sehr. Daher fuhr ich an drei Morgenden Mitte August hin und wurde jedes Mal mit anderen Stimmungen und Fotomöglichkeiten belohnt. Die Libellen waren auch jetzt wieder recht zahlreich zu finden.

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Auch Blutrote (S. sanguineum) und Gemeine Heidelibelle (S. vulgatum) fliegen in diesem Gebiet, interessanterweise beide seltener als die Gebänderte. Ich konnte je ein Männchen der beiden anderen Arten fotografieren:

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Die Gebänderten finde ich aus fotografischer Sicht dann aber doch noch interessanter. Zwar hatte ich letztes Jahr schon eine Reihe ordentlicher Bilder gemacht, war aber mit vielen neuen Ideen hergefahren und konnte einige davon auch befriedigend umsetzen. Das Licht bei Sonnenaufgang ist in diesem Gebiet nicht ganz einfach einzufangen, da die Sonne etwas hinter einem Hügel aufgeht und daher erst die Libellen trifft, wenn sie nicht mehr ganz rot ist und schon relativ hell reinknallt. Das wirklich gute Fotolicht ist daher extrem kurz, ich hatte aber Glück und konnte es meist gut ausnutzen.

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An einem Morgen waren neben Magdalena auch Torsten und Joachim dabei. Als das beste Licht vorbei war und wir unsere Ergebnisse verglichen, waren wir – mal wieder – verblüfft, wie verschieden die Bildideen und Ergebnisse waren. Auf der Homepage unserer GDT-Regionalgruppe ist daher aktuell ein Portfolio zu sehen. Es gibt, wie man sieht, wirklich noch viel mehr Bildideen! Und viele Bilder warten darauf, nächstes Jahr gemacht zu werden…