Am Ende der Welt

Seit drei Tagen bin ich im Nordwesten Costa Ricas. Den erfreulichen Anlaß bildet ein entomologisches Feldpraktikum, welches ich in den folgenden zwei Monaten mühevoll abzuleisten gedenke. Im Besonderen geht es um Bärenspinner (Arctiiden), eine Unterfamilie von Nachtfaltern. Das Forstzoologische Institut der Uni Freiburg forscht hier an ihrer Pharmakophagie, Mimikry und verwandten Themen – eine Vielfalt von Zusammenhängen, die an den Arten hier noch kaum erforscht und nur mühsam zu durchdringen sind. Von den rund 260 rund um unser Häuschen gefundenen Arten haben wir in den letzten Tagen mit Licht und Köder schon einen Haufen gefangen und hoffen auf viele weitere. Zwei oder drei neue sind auch schon wieder dabei gewesen.

Obwohl wir eigentlich von 6 bis 24 Uhr zu tun haben, bin ich guter Hoffnung, ein wenig zu fotografieren. Man sieht natürlich unwahrscheinlich viel Zeug einfach so nebenher – da kommen morgens und abend die Papageien vorbeigeflogen, sitzt mal ein Tukan im Baum gegenüber, schwirrt einem ein Kolibri um die Ohren und schreien Affen herum. Außerdem haben wir beim abendlichen Lichtfang zuverlässigen Besuch einer sehr großen Kröte. Ich bin sehr gespannt, was noch alles kommt, und kann noch nicht richtig fassen, was ich hier alles sehe.

Das als Vorgeschmack. So Gott will, wird möglicherweise noch der eine oder andere Eintrag folgen – ist ja noch ein wenig Zeit…

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