Naturfotografie in der Sesshaftigkeit

Vierpunktige Sichelschrecke (Phaneroptera nana)

In Ermangelung von Zeit und Muße für größere Unternehmungen sind die wenigen Bilder, die ich im vergangenen Jahr so gemacht habe, fast alle direkt vorm Haus entstanden (vgl. vorangehenden Beitrag). In Anlehnung an frühere Zeiten, in denen ich mich mit einem Makroobjektiv verschiedenem Krabbelgetier zu nähern pflegte, habe ich mich sogar mal wieder verschiedenen sechsbeinigen Tierchen gewidmet, die ich sonst zuweilen vernachlässige bzw. schlankerhand unter dem Sammelbegriff „Vogelfutter“ zusammenfasse.

Hornklee-Glasflügler (Bembecia ichneumoniformis)

Erfreulich zahlreich gesellen sich die Gottesanbeterinnen zu unserem kleinen Sammelsurium, im Sommer sind uns fast täglich mehrere Individuen begegnet. Im Juni erscheinen die ersten winzigen Larven, die eher nur durch Zufall zu entdecken sind. Ein offenbar sehr beliebter Eiablageplatz sind die Innenseiten des Gewächshauses, dort fanden wir im Spätsommer sechs Ootheken.

Angeregt von Joachims Begeisterung für Heuschrecken, begann ich deren Artenspektrum im Garten gezielt zu untersuchen. Natürlich überwiegen ubiquitäre Arten, die fast überall auftauchen können, aber auch einige „bessere“ Arten waren dabei, u.a. einige Sumpfgrillen (Pteronemobius heydenii). Seit Jahren gehört auch das sich stark ausbreitende Weinhähnchen (Oecanthus pellucens) zum recht lautstarken nächtlichen Grillenkonzert. Das erste hörte ich 2019 übrigens am 14. Juli, das letzte noch am 24. Oktober. Besonders interessant fand ich die Große Schiefkopfschrecke (Ruspolia nitidula), von der ich ein Weibchen und mehrere singende Männchen feststellen konnte. Diese noch vor wenigen Jahren in Deutschland fast nirgends zu findende Art breitet sich zur Zeit entlang des Oberrheins massiv nach Norden aus. Die ersten Nachweise im Kinzigtal gelangen 2013, was ich aber erst im Nachhinein herausfand. Rückblickend habe ich die Art ziemlich sicher auch schon im Sommer 2018 auf unserem Grundstück gehört, konnte den Gesang damals aber nicht einordnen.

Weibchen der Schiefkopfschrecke – bemerkenswerte Eleganz, wohlproportioniertes Gesicht
Sumpfgrashüpfer (Chorthippus montanus) – eine der häufigsten Heuschrecken im Garten
Sumpfschrecke (Stethophyma grossum) – bisher nicht im Garten gefunden, Bild wenige 100 Meter entfernt geknipst

Noch am 22. August und damit recht spät schlüpften mindestens vier Blaugrüne Mosaikjungfern (Aeshna cyanea), die sich im Gartenteich gebildet hatten.

Im Spätsommer freute ich mich sehr über einige durchziehende Vögelchen, die vorm Fenster Station machten. 2019 hielten sich u.a. mehrere Gartenrotschwänze und ein diesjähriger Trauerschnäpper für einige Tage bei uns auf. Obendrüber kreisten die mauserzerfledderten Rotmilane.