Unterwegs in Schwedisch Lappland

Kürzlich bin ich von zwei Wochen Schwedenurlaub zurückgekehrt. Peter, Christian und ich wollten nur zwei Sachen: Vögel gucken und fotografieren. Beides hat super geklappt. Unsere ausgedehnten Wanderungen durch weitläufige Moore, Fjälls, lichte Birkenwälder hinauf bis auf karge Bergrücken und wieder hinunter ins Delta von Ammarnäs, wo wir die meiste Zeit waren, lohnten sich ohne Ausnahme – die Landschaft ist unglaublich schön, weit und unberührt.

Zwischendurch wurden wir – wie es der Zufall manchmal so bringt – ins Monitoring der schwedischen Zwerggänse eingespannt und für ein paar Tage per Helikopter in deren abgelegenes Brutgebiet gebracht. Hier machten wir Bekanntschaft mit Hampus nebst Hündin Vera (http://71nord.blogspot.de/), ebenfalls ein Vogelverrückter, großer Angler und Bierliebhaber, der uns das Gänsezählen erst recht zur Freude werden ließ.

Doch natürlich gab es nicht „nur“ Zwerggänse zu sehen. Meine Schwedenvogelliste blieb erst bei 102 stehen und enthält wahrlich tolle Arten wie Stern-, Pracht- und Ohrentaucher, Steinadler, Trauer-, Samt-, Spieß- und Eisente, Alpen- und Moorschneehuhn, Mornellregenpfeifer, Temminckstrandläufer, Odinshühnchen, Sumpfohreule, Zwergmöwe, Falkenraubmöwe und Spornammer. Daneben war es toll, die bei uns sonst überwinternden oder durchziehenden Limikolen mal im Prachtkleid und Bruthabitat beobachten zu können. Ein Kuriosum am Rande war, daß wir während der gesamten Reise keine einzige Amsel zu Gesicht bekamen (wohl aber Ring-, Wacholder-, Rot-, Sing- und Misteldrossel). Das war aber verschmerzbar…

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Mein Lieblingsvogel

In den letzten Wochen war ein Gartenrotschwanz mein Hauptprojekt. Sein Revier hatte ich letztes Jahr entdeckt, in einer Streuobstwiese am Schönberg, wo auch Grauspecht, Wendehals, Neuntöter, Pirol und andere hübsche Vögelchen vorkommen. Für dieses Jahr hatte ich mir vorgenommen, den Rotschwanz mal gebührend zu fotografieren. Seinen Gesang, sein Wackeln mit dem Schwanz und sein neugieriges Auftreten finde ich höchst sympathisch – außerdem ist er einfach schön anzuschauen.

Nachdem das Männchen im Frühjahr aus Afrika heimkehrte und sein Revier wieder besetzt hatte, begann ich, mit Mehlwürmern an einer fixen Stelle zu füttern. Schon nach wenigen Tagen hatte der Vogel die Futterquelle gefunden und kam regelmäßig. Das Weibchen sah ich kaum, es brütet wohl die meiste Zeit und verläßt die Nisthöhle nur recht kurz. Dafür verbrachte ich mit der Beobachtung und dem Fotografieren des Männchens viele erquickliche Stunden. Obwohl er nicht sonderlich scheu ist, gelangen mir die besten Aufnahmen aus dem Tarnzelt. Der seltsame „Busch“, der manchmal plötzlich vor seinen Lieblingsästen stand, kümmerte ihn nie und bewahrte mich andererseits bei Schauern mehrmals vor dem schlechten Wetter.