Kroatien IV: ein paar Tiere

Mit ein paar Tierbildern will ich die kleine Kroatienserie heute abschließen. Die oben gezeigte Heuschreckenart (Aiolopus strepens, danke an Sebastian Sczepanski und Axel Hochkirch) war zusammen mit der Ägyptischen Wanderheuschrecke (Anacridium aegypticum) eine häufige Erscheinung. Schwierigkeiten bei der Bestimmung machten immer wieder Eidechsen, die an der adriatischen Küste artenreich vorkommen. Smaragdeidechsen waren noch vergleichsweise einfach, wir sahen Riesen- und Östliche Smaragdeidechsen. Die folgenden beiden dürften Adriatische Mauereidechsen (Podarcis melisellensis) sein, ich kann mich aber auch vertun:

Eine endemisch im adriatischen Küstenbereich vorkommende, äußerst attraktive Art ist die Dalmatinische Spitzkopfeidechse (Archaeolacerta oxycephala):

Als dritte Art, die ich vorher noch nicht gesehen hatte, hier noch ein Männchen der Prachtkieleidechse (Algyroides nigropunctatus).

Ein weiteres Highlight war eine Schule Delphine – vermutlich Große Tümmler -, die wir einmal vom Ufer der Insel Brač aus beobachten konnten.

Zu guter Letzt einer der absoluten Höhepunkte der Reise: Ein Männchen des Wiener Nachtpfauenauges (Saturnia pyri). Diesen imposanten Schmetterling, den größten Europas, fanden wir nach einer verregneten Nacht unweit unserer Unterkunft – ein seltener Glücksfall und eine wirklich beeindruckende Begegnung.

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Kroatien III: Trockenmauern

Kroatien ist, wie schon mal erwähnt, ein frappierend steiniges Land. Entsprechend gibt es überall Steinhaufen und Trockenmauern, die irgendjemand irgendwann mal aufgeschichtet hat. Meist geschah das wohl in erster Linie, weil der Jemand versuchte, Land zu bewirtschaften und dazu die störenden Steine bei Seite trug – als Nebeneffekte dienten die Mauern dann zur Abgrenzung von Nachbargrundstücken und waren beim Gemüseanbau vielleicht auch durch kleinklimatische Effekte hilfreich. Weil die Bewirtschaftungsversuche vielerorts inzwischen aber wieder aufgegeben wurden, da sie auf dem steinigen Gelände in trockenem Klima extrem aufwändig sind, werden die Mauern und Steinhaufen nicht mehr gepflegt und nach und nach von der Natur zurückerobert. Eidechsen und andere Reptilien bewohnen die Spalten, Schmetterlinge sonnen sich auf den exponierten Steinen, Schlingpflanzen klettern die Mauern hoch und bilden zusammen mit Flechten und Moosen, die sich auf dem blanken Stein einrichten, die Basis für weitere Pflanzen. Selbst der kleinste Spalt und ein Minimum an Wasser genügen oft für ein paar Blümchen zum Überleben, sodaß man eigentlich ständig ins Staunen kommt. Während der drei Wochen, in denen wir durch die steinige kroatische Landschaft wanderten, fielen mir immer wieder Details in den formenreichen Mauern auf. Deswegen bekommen sie heute ihren eigenen Beitrag.

(Ich empfehle, ggf. auf die Bilder draufzuklicken, um sie in höherer Auflösung betrachten zu können.)

Kroatien II: Flora

Heute geht es mit ein paar Blümchen aus dem kargen Kroatien weiter. Einige Arten fanden sich immer wieder in unterschiedlichen Regionen, z.B. der Dolden-Milchstern (Ornithogalum umbellatum agg.), der sogar innerstädtisch immer wieder auftauchte. Auch die Blaue Schwertlilie (Iris illyrica), die als Nationalblume Kroatiens gilt, war ein recht häufiger Anblick.

Eine Art, die immer wieder geradezu massenhaft auftrat, war das Geschweiftblättrige Alpenveilchen (Cyclamen repandum). Ich hatte ja eigentlich gedacht, Alpenveilchen seien etwas Besonderes; in Kroatien scheint das vielerorts nicht der Fall zu sein. Offenbar bietet der kalkige Boden ein gutes Substrat. In den drei Wochen bekamen wir sie in fast allen besuchten Regionen zu Gesicht, insgesamt vermutlich durchaus eine sechsstellige Zahl von Individuen. Gezählt haben wir nicht. Trotzdem fand ich sie jedes Mal wieder faszinierend.

Auch Orchideen gab es mehrfach zu bewundern. Vor allem die Spinnen-Ragwurz (Ophrys sphegodes) sahen wir des Öfteren. Diese Art tritt im Mittelmeerraum außerordentlich formenreich auf und für mich sind die zahlreichen Variationen, die allein aus der kroatischen Region beschrieben wurden, völlig undurchschaubar. Form, Zeichnung und Färbung der Blüten unterschieden sich selbst innerhalb einer Pflanze oft sehr stark, daher lasse ich die Bestimmung der Unterart bzw. Variation lieber ganz sein.

Kroatien I: Landschaften

Die letzten drei Wochen war ich mit Freunden in Kroatien unterwegs. Es war mehr ein Wander- als ein Fotourlaub, aber obwohl ich nur eine winzige Ausrüstung dabei hatte und die meisten Bilder schnell im Vorbeigehen entstehen mußten, möchte ich an dieser Stelle einige Aufnahmen zeigen. Ich fange heute mit einigen Landschaftsaufnahmen an.

Der Krka-Nationalpark gehörte landschaftlich sicher zu unseren spektakulärsten Erlebnissen. Leider ist er touristisch schon zur Vorsaison extrem überlaufen und gebärdet sich mehr wie ein Erlebnispark, als daß man hier unberührte Natur sähe. Ich will gar nicht wissen, wie es erst im Hochsommer da ist, wenn täglich zehntausende Touris durch den Park geschleust werden… trotzdem waren die zahllosen großen und kleinen Wasserfälle, die kleinen Flachwasserbereiche zwischendrin, die großen Kalksinterterrassen und die Krka-Schlucht an sich den Besuch definitiv wert. Neben den üblichen Postkartenmotiven habe ich auch versucht, ein paar Details einzufangen. Leider waren wir tagsüber im Park und dementsprechend war das Licht weniger gut (offiziell darf man sowieso frühmorgens und spätabends, wenn sanftere Lichtstimmungen herrschen, nicht rein). Und da ich aus Gewichtsgründen kein Stativ dabeihatte, waren gerade Aufnahmen mit langer Belichtungszeit schwierig. Genug gejammert.

Landschaftlich ebenso beeindruckend, sogar lieblich, war das Cetinatal, welches wir von dem Ort Omiš aus erwanderten. Hier fanden wir eine relativ unberührte Flußlandschaft vor, mit undurchdringlichen Auwäldern gesäumt und Lebensraum zahlreicher interessanter Tier- und Pflanzenarten (u.a. Zwergtaucher, Rohrweihe, Schlangenadler, Wanderfalke, Kolkrabe, Weißbartgrasmücke, Felsenkleiber, Purpurreiher, Wiedehopf, Östliche Smaragdeidechse, Prachtkieleidechse, Trauermantel, Großer Fuchs, Zürgelbaum-Schnauzenfalter, Segelfalter in großer Zahl, Alpenveilchen, verschiedene Orchideen). Teilweise werden diese in den nächsten Tagen auch fotografisch noch nachgereicht.

In den Bergen oberhalb der Cetina-Schlucht verblieben wir einige Tage. Das Wetter war äußerst wechselhaft, die Landschaft aber hochinteressant.

hier noch ein Bild aus einem wahren Urwald im Flußtal:

Nicht immer war es überall so grün wie auf den vorangegangenen Bildern, im Gegenteil. Manche Landstriche waren extrem karg, unwirtlich und mit grotesk vielen Steinen versehen. Als Beispiel hier eine Aufnahme von der Insel Brač, die zu allem Überfluß noch zu einem Drittel abgebrannt war:

Auf derart kargen Böden wächst natürlich nicht viel. Abgesehen von den vitaleren Flußtälern gab es meist nur eine Baumart, die mit den extremen Bedingungen zurecht kam, die Schwarz-Kiefer (Pinus nigra). Aber auch reine Kiefernwälder können ja interessant und fotogen sein, zumal es sich nicht – wie bei uns meistens – um angepflanzte Stangenware, sondern ein wildes Durcheinander mit vielen krummen und schiefen Stämmen handelt.

Das waren vorerst die halbwegs zeigbaren Landschaftsaufnahmen. Demnächst geht es mit der Flora und Fauna weiter.