Archive for the 'Ortenau' Category

Vogelmix

Den Sommer über bin ich bisher eigentlich sehr wenig zum Fotografieren gekommen. Es war nicht daran zu denken, sich mal wieder auf ein Thema oder Motiv zu konzentrieren. Ab und zu gelangen mal eher zufällig ein paar Bilder, die ich hier ohne jeden Zusammenhang mal zeige.

Wenig später

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Das war jetzt gar nicht so geplant, aber kaum dass der vorangegangene Beitrag hier erschien, wurde es kalt und der Herbst wurde zum Winter. Für ein paar Tage verschwand die Farbe in den Rheinauen, auch die letzten Blätter „entlaubten“ sich, und durch Reif und Nebel sah die Landschaft plötzlich völlig anders aus. Zum Glück hatte ich mal einen Vormittag Zeit, um mich in der Rheinebene herumzutreiben.

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Das langsame Verschwinden der Farbe in den spätherbstlichen Rheinauen

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Etwas Schönes! Auch wenn nicht mit dem rauschhaften Naturerwachen im Frühjahr zu vergleichen, finde ich das Verblassen der letzten Herbstfarben im Novemberdunst ausgesprochen erquicklich.

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Oberflächlich wirkt die Landschaft grau und trist, aber die Bäume und Büsche haben ein viel zarteres, fein ziseliertes Aussehen, wenn nur noch wenige Blättchen dran hängen. Im Vergleich zur erdrückenden grünen Masse im Sommer treten Baumgestalten und Buschformen deutlich hervor, sind aber noch nicht auf ihre Skelette reduziert wie im Mittwinter. Meine wunderbare Freundin hat dafür (aus Versehen) den Ausdruck „entlaubte Blätter“ gefunden. Damit ist die Situation treffend beschrieben.

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Herbstfinken

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Große Finkenschwärme haben mich Anfang November ein paar Mal an die Sonnenblumen- und Topinamburfelder der Umgebung gelockt. Stieglitze, Grün- und Buchfinken sowie einzelne Girlitze, Bergfinken und Hänflinge verleihen den trocken graubraunen Feldern wunderschöne Farbtupfer.

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Stieglitze bildeten die Masse der Schwärme mit oft mehreren hundert Vögeln auf einem Feld. Sie überwintern hier aber nur in kleiner Zahl, die meisten Vögel sind inzwischen weitergezogen. Die Sonnenblumen geben wohl nichts mehr für sie her.

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Im Rheinwald

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Libellen – alte Leidenschaften…

Mehrere Jahre lang waren Libellen meine liebsten und fast ausschließlichen Fotomotive. Das hat sich dann irgendwann natürlich geändert, wie ja auch an der Vogellastigkeit des Blogs leicht abzulesen ist. In diesem Sommer ist trotzdem ein paar Mal die alte Leidenschaft wieder aufgeflackert und ich war mehrmals gezielt frühmorgens draußen, um taubenetzte Libellen zu fotografieren. Früher war mein oberstes Ziel immer eine großformatige klassische Aufnahme. Solche Bilder hab‘ ich inzwischen aber von den meisten Arten und benötige eigentlich keine neuen. Was mich zur Zeit reizt, ist vielmehr, die Stimmung beim Libellenfotografieren am frühen Morgen zu transportieren. Man schleicht langsam durchs hohe, nasse Gras, wo man Ruheplätze von Libellen vermutet… – und entdeckt dann manchmal schon auf mehrere Meter zwei hell leuchtende Flügelpaare im sanften dämmrigen Gegenlicht:

Feuerlibelle

Diese Freude daran, so etwas Schönes zu entdecken, die wollte ich irgendwie fotografieren. Und mich außerdem als Fotograf möglichst weit zurücknehmen, einfach nur das abbilden, was ich sehe und was mich erfreut – ohne fototechnische Sperenzchen, um das Bild interessanter zu machen. Vielleicht laufe ich dabei aber auch latent Gefahr, daß die Bilder im Ergebnis zu langweilig und beliebig geraten.

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Wenn sich rund um Sonnenaufgang das Licht sehr rasch ändert, ändert sich auch die Wirkung der Libellen. Ihre Umgebung leuchtet und funkelt nun im Licht viel aufdringlicher als vorher. Der Tau auf den Flügeln der Libelle leuchtet und funkelt natürlich auch bedeutend mehr, wenn erst das Sonnenlicht drauffällt, aber ich empfinde den Unterschied als nicht so gewichtig.

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Hier im Südwesten hat man bei Sonnenaufgang leider an den meisten Stellen das Pech, daß der Schwarzwald dem eigentlichen Sonnenaufgang im Weg steht. Wenn die Sonne sich dann erst über den Bergrücken gekämpft hat, ist sie schon relativ hell und scharf, mit den entsprechenden Auswirkungen auf den Kontrastumfang. Das heißt, daß das Zeitfenster für richtig tolles Licht extrem kurz ist – bei klarer Luft höchstens wenige Minuten. Danach kann man nach Hause, Kaffee trinken.

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Goldammern

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Immer im Spätherbst finden sich an einem kleinen Tiergehege ganz in der Nähe Goldammern ein. Sie suchen im Stroh bei den Schafen und Ziegen nach Futter und nächtigen zusammen mit Spatzen und Finken in einem Bambusbestand. Für mich war das eine tolle Gelegenheit, um meine ersten hübschen Goldammerbilder zu machen. Eigentlich ein häufiger und auffälliger kleiner Vogel, aber ich hatte mich bisher nie besonders um Fotos bemüht. Hier drängte es sich hingegen fast auf, weil die Ammern beim Tiergehege besonders vertraut und sehr zuverlässig anzutreffen sind. Tagsüber sitzen sie gerne in einer dichten Korkenzieherweide, deren Blätter sich erst im November langsam zu verfärben beginnen und im Lauf des Dezembers abfallen, sodaß von Anfang bis Mitte Dezember die Ämmerchen zwischen den verbleibenden gelben Blättern adrett hervorgucken. Sobald alle Blätter abgefallen sind, suchen sich auch die Ammern neue, geschütztere Tagesruheplätze.

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