Waldkäuze im Garten

In diesem Frühjahr brütete ein Paar Waldkäuze direkt in unserem Garten – oder in der nahen Umgebung. In den vergangenen Jahren hatten wir regelmäßig aus größerer Entfernung vom Wald her Käuze gehört, aber diesen März balzte dann ein Paar sehr lautstark und ausgiebig vor unserem Fenster. Als ich eher zufällig auch einen täglich genutzten Ruheplatz in einer jungen Sicheltanne vorm Haus entdeckte, schöpfte ich langsam Verdacht.

Meine Suche nach einem möglichen besetzten Nistplatz verlief aber völlig erfolglos. Noch im März hängte ich extra einen Waldkauz-Kasten der Firma Schwegler auf, falls sich das Paar noch nicht entschieden haben sollte, woran ich aber selbst nicht mehr glaubte. Ob sie vielleicht gar nicht brüteten? Aber eigentlich war es ein ziemlich gutes Mäusejahr, warum sollten sie nicht brüten und warum, wenn nicht, trotzdem immer in den hohen Bäumen im Garten herumsitzen?

Außerdem war es sehr verdächtig, ab Mitte April Nacht für Nacht die typischen Fütterungsrufe des Weibchens zu hören und kurze Rufreihen des Männchens, die eigentlich nur als Beuteübergabe zu verstehen waren. Mitte Mai hörte ich dann zum ersten Mal das raue Fiepsen der gerade flügge gewordenen Jungkäuze. Auf der Spitze der alten Hängebuche saßen die drei kleinen Kerle – direkt vor unserem Balkon.

Wo sie nun letztlich geschlüpft sind, habe ich bis zum Schluss nicht rausgekriegt. Aber in den nächsten Tagen saßen die Jungen, oft zusammen mit ihren Eltern, ab und zu in den verwachsenen Ästen der Hängebuche, wo man sie sehr schön beobachten konnte. Bis in den Juli hinein schaute ich fast jeden Abend nach der Familie, beobachtete sie in der Dämmerung bei ihrem Start in die Nacht und hörte zum Einschlafen die zunehmend kräftiger und klangvoller werdenden Rufe der Jungen.

Inzwischen sind die Jungvögel selbstständig geworden und halten sich nur noch unregelmäßig mal in der Nähe auf. Soweit ich es mitbekommen habe, haben es alle drei geschafft. Die Eltern sitzen nach wie vor tagtäglich im Garten – statt in der hübschen Hängebuche aber inzwischen lieber in den oberen Etagen eines Mammutbaums, was fotografisch entschieden weniger bis gar nichts hergibt. Meistens verraten nur die weißen Kleckse am Stamm und das hysterische Gehuste der Eichelhäher, dass sie überhaupt da sind.

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Alle Jahre wieder: Bienenfresser

Inzwischen ist es mir liebe Gewohnheit geworden, in jedem Sommer ein paarmal die Bienenfresser zu besuchen. Das Fotografieren ist dabei vielleicht gar nicht das Wichtigste (wenn auch willkommener Vorwand); allein das Sitzen im Tarnzelt in der Nähe der Kolonie macht schon genug Spaß. Den Rufen der Vögel zuzuhören, ihre wahnsinnigen Flugmanöver zu beobachten und die Vielfalt der erbeuteten Insekten, die sie im Schnabel tragen, zu bewundern – das reicht eigentlich schon, um seine Freude zu haben.

Dieser Bienenfresser trug die erst zweite Braune Mosaikjungfer, die ich in meinem Leben gesehen habe.

Wie schon im letzten Jahr habe ich mich auch in dieser Saison vorwiegend an Flugaufnahmen versucht. Dann hat man zu Hause wenigstens was zu löschen. Denn auch mit ein wenig Übung habe ich immer noch eine unfassbar lächerliche Erfolgsquote von < 1 %. Nach ein paar Ansitzen waren dann irgendwann einige glückliche Treffer dabei, allerdings auch noch keines, mit dem ich wirklich zufrieden wäre – besser geht es immer.

Außerdem hatte ich in diesem Sommer erstmals das Glück, recht frisch ausgeflogene Jungvögel zu sehen – diesen Moment hatte ich bisher immer verpaßt. Die Jungen unterscheiden sich u.a. durch ihre insgesamt grünliche, nicht ganz so grellbunte Färbung.

Vogelmix

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Den Sommer über bin ich bisher eigentlich sehr wenig zum Fotografieren gekommen. Es war nicht daran zu denken, sich mal wieder auf ein Thema oder Motiv zu konzentrieren. Ab und zu gelangen mal eher zufällig ein paar Bilder, die ich hier ohne jeden Zusammenhang mal zeige.

Wenig später

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Das war jetzt gar nicht so geplant, aber kaum dass der vorangegangene Beitrag hier erschien, wurde es kalt und der Herbst wurde zum Winter. Für ein paar Tage verschwand die Farbe in den Rheinauen, auch die letzten Blätter „entlaubten“ sich, und durch Reif und Nebel sah die Landschaft plötzlich völlig anders aus. Zum Glück hatte ich mal einen Vormittag Zeit, um mich in der Rheinebene herumzutreiben.

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Das langsame Verschwinden der Farbe in den spätherbstlichen Rheinauen

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Etwas Schönes! Auch wenn nicht mit dem rauschhaften Naturerwachen im Frühjahr zu vergleichen, finde ich das Verblassen der letzten Herbstfarben im Novemberdunst ausgesprochen erquicklich.

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Oberflächlich wirkt die Landschaft grau und trist, aber die Bäume und Büsche haben ein viel zarteres, fein ziseliertes Aussehen, wenn nur noch wenige Blättchen dran hängen. Im Vergleich zur erdrückenden grünen Masse im Sommer treten Baumgestalten und Buschformen deutlich hervor, sind aber noch nicht auf ihre Skelette reduziert wie im Mittwinter. Meine wunderbare Freundin hat dafür (aus Versehen) den Ausdruck „entlaubte Blätter“ gefunden. Damit ist die Situation treffend beschrieben.

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Herbstfinken

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Große Finkenschwärme haben mich Anfang November ein paar Mal an die Sonnenblumen- und Topinamburfelder der Umgebung gelockt. Stieglitze, Grün- und Buchfinken sowie einzelne Girlitze, Bergfinken und Hänflinge verleihen den trocken graubraunen Feldern wunderschöne Farbtupfer.

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Stieglitze bildeten die Masse der Schwärme mit oft mehreren hundert Vögeln auf einem Feld. Sie überwintern hier aber nur in kleiner Zahl, die meisten Vögel sind inzwischen weitergezogen. Die Sonnenblumen geben wohl nichts mehr für sie her.

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