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Wieder mal Südfrankreich

Ein paar Bilder, die ich aus einem Familienosterurlaub in der Provence mitgebracht habe…

Südfrankreich Teil 2: Camargue und Crau

Camargue

In der Camargue verbrachten wir knapp zwei volle Tage, was schon den Großteil des kurzen Urlaubs ausmachte. Jetzt wurde es ein wenig vogellastig – was aber keinen großen Unmut auslöste, im Gegenteil.

Nachdem wir nachmittags angekommen waren, auf dem Campingplatz in Saintes-Maries-de-la-Mer unsere Zelte aufgestellt und dort bereits einige interessante Arten gesichtet hatten (Samtkopfgrasmücke, Seidensänger, Haubenlerche, erneut Brachpieper und überfliegende Brandseeschwalben), machten wir uns gegen Abend zu den naheliegenden Lagunen auf. Gleich hinter dem Campingplatz konnten wir u.a. Flamingos, Grau-, Seiden- und Nachtreiher, Brandgänse, Säbelschnäbler und weitere Limikolen beobachten. Zwar waren die meisten Vögel zu weit entfernt für Aufnahmen, aber andere kamen dafür umso näher: ein Seidenreiher hatte den Ausfluß eines kleinen Kanals in die Lagune als Fischplatz entdeckt, zog dort einen Fisch nach dem anderen aus dem Wasser und duldete eine Annäherung auf wenige Meter. Als es dunkel wurde, versuchten wir, die in der Lagune stehenden Reiher in Langzeitbelichtungen festzuhalten. So ein Reiher steht ja manchmal minutenlang völlig still und erlaubt entsprechende Belichtungszeiten. Selbstverständlich greift in solchen Situationen bisweilen Murphys Gesetz, und ein bis dahin völlig bewegungsloser Reiher latscht im Moment der Belichtung plötzlich doch los, oder ein anderer meint plötzlich ins Bild treten zu müssen, um es zu versauen. Einige Aufnahmen sind aber trotzdem halbwegs „sauber“ geworden.

An diesem langen Abend vermißten wir leider Stelzenläufer, eine hochattraktive Art weit oben auf unserem Fotowunschzettel. Doch am folgenden Morgen hatten wir an gleicher Stelle Glück: Ein Trupp Stelzenläufer schien in einer kleinen Schlenke übernachtet und geradezu auf uns gewartet zu haben…

Stelzenläufer

Stelzenläufer

Den Tag über fuhren wir mit dem Auto über die Schotterpisten und suchten die Lagunen und Schilfgebiete nach Motiven ab. So fanden wir rasch weitere Stelzenläufer, Sichler, Seeregenpfeifer und andere Vögel, die uns trotz mittelmäßiger Bildausbeute sehr freuten. Am späten Nachmittag entdeckte Joachim zwischen Rosaflamingos einen viel kleineren, roten Flamingo – Zwergflamingo! Diese Art scheint sich in den letzten Jahren langsam in Südfrankreich zu etablieren. Ob es sich um Wildvögel oder (teilweise) entwichene Individuen handelt, ist derzeit noch nicht ganz klar. Unser Vogel war unberingt, aber das muß nicht viel heißen.

Den Abend verbrachten wir dann wieder an unserer Hauslagune hinter dem Campingplatz. Die Stimmung war eine ganz andere als am Vortag – der Wind wurde stärker, die Wolken zogen zu; die Vögel waren nicht so nah. Die fotografische Ausbeute war deutlich geringer. Am ersten Abend hatten wir wohl einfach mehr Glück.

ein Flamingopaar

Seidenreiher

rastende Alpenstrandläufer

Flamingowischer in der Dämmerung

Der folgende Morgen war schon der letzte des Urlaubs. Wir probierten es nach einigem Überlegen nochmal mit einer Pirschfahrt, aber zunächst war die Suche nach fotogenen Motiven völlig erfolglos. Als ich aus einem Busch am Straßenrand einen Seidensänger hörte – und kurz darauf einen zweiten Sänger 50m entfernt – , versuchten wir es mal mit dieser Art. Seidensänger leben unheimlich versteckt und kommen selten aus der Deckung, und auch dann nur für Sekunden, um niedrig über dem Boden zum nächsten Busch zu fliegen. Andererseits sind sie nicht besonders scheu und lassen sich mit etwas Geduld dann und wann doch mal kurz sehen. „Unser“ Vogel sang eifrig und war auf diese Weise meist gut zu lokalisieren, sodaß wir vor seinem Busch in Position gehen konnten. Zeigte er sich mal kurz, gab’s eine knatternde Salve von drei auslösenden Kameras. Nach einer guten Stunde hatte jeder von uns ein vorzeigbares Bild. Hier sein Lebensraum…

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… und der Vogel selbst, eine Schönheit auf den zweiten Blick:

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Damit war die Bilanz des Vormittags dann doch noch ganz ordentlich. Wir kehrten um, packten unsere Sachen ein und verließen die Camargue. In nordöstlicher Richtung, also ohne nennenswerten Umweg zu erreichen, wollten wir uns zum Schluß noch kurz die Crau ansehen, eine karge Steinsteppe. Unter Libellenfreunden ist das Gebiet für den Canal des Vergières bekannt, einen „heiligen Bach“ mitten in der Steppe, an dem sehr viele teils seltene Libellenarten fliegen. Vor ein paar Jahren, in meiner inzwischen überwundenen Odonatenphase, war ich mal dagewesen. Als wir jetzt ankamen, flogen auch bereits einige wenige Libellen – Gebänderte und Bronzene Pracht- sowie Frühe Heidelibellen und Helm-Azurjungfern. Wegen des starken Windes verzichteten wir aber auf Bilder. Stattdessen liefen wir ein bißchen im Umkreis herum, drehten (wieder ohne Fund) Steine um und schauten nach Vögeln. Das lohnte sich besonders. Bei meinen vorigen zwei Besuchen an der Stelle hatte ich nicht auf die exquisiten Arten geachtet, sondern war nur im Bach bei den Libellen herumgestiefelt. Ein schwerer Fehler. Wir sahen Mittelmeer-Raubwürger, Rothühner, Schmutzgeier, einen überfliegenden Purpurreiher, Steinschmätzer, Haubenlerchen, viele Schwarzmilane und als Highlight zwei Triele. Würger, Geier und Triel waren für mich gleich drei neue Arten innerhalb einer guten Stunde! Fotografisch mußten wir uns allerdings auf ein paar bescheidene Landschaftsaufnahmen beschränken. Kurz nach Sonnenuntergang konnte ich mit einer singenden Grauammer dann das letzte Motiv des Urlaubs aufnehmen – mit einer singenden Grauammer in den Cevennen war es vier Tage zuvor auch losgegangen. Als es dunkel wurde, fuhren wir fort und waren am frühen Morgen wieder zu Hause.

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