Beginn des Herbstzugs

Es ist wieder Bewegung in den Vögeln… 

Während der nicht enden wollenden Hitze habe ich die kühleren Tage zwischen Spätsommer und Frühherbst mit großer Vorfreude erwartet. Es ist die Zeit, wo man Chancen auf Begegnungen mit charismatischen Vogelarten aus dem Norden hat, die bei uns Station machen, inklusive der Möglichkeit auf Überraschungen. Schon am letzten Augustwochenende dürfte ich einen vorläufigen Höhepunkt des Zuggeschehens erleben, als ich zusammen mit Christian sieben Mornells im berühmten Schröcker Feld bei Marburg entdeckte. Kurz zuvor hatten wir bereits ein Tüpfelsumpfhuhn angeschaut, das sehr dekorativ in seiner Pampe umherwatschelte, und am nächsten Tag – die Mornells waren da leider schon weitergereist – krochen wir noch für ein paar Minuten einem rastenden Brachpieper hinterher. Alles tolle Beobachtungen von Arten, denen ich nicht unbedingt jedes Jahr begegne…

Mitte September ergab sich noch die Gelegenheit zu einer Offshore-Tour auf dem Bodensee – etwas, was ich seit Jahren mal vorgehabt hatte. Im Lauf des Septembers können auf dem Bodensee mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit rastende Raubmöwen beobachtet werden. Die meisten skandinavischen Raubmöwen fliegen zwar wohl gleich nach der Brutzeit hinaus aufs offene Meer, wo sie den Winter verbringen; einige wenige ziehen jedoch zunächst übers europäische Binnenland nach Süden und rasten dann gelegentlich auf großen Gewässern. 2018 war nach mehreren Jahren, in denen auf dem Bodensee kaum Raubmöwen festgestellt worden waren, das erste vielversprechende Jahr, wohl auf verbesserten Bruterfolg zurückzuführen, denn die allermeisten Vögel im Binnenland sind diesjährig. Eine nachmittägliche Ausfahrt bei Kaiserwetter zusammen mit Ralph und Malte (ungewöhnlich fähiges Personal: Don Parabolo und der begnadete El Navigator) ergab dann auch mindestens drei Schmarotzerraubmöwen, an denen wir uns teils aus großer Nähe ergötzen konnten. Was der Herbst wohl noch alles bringen mag?

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