Gorges du Verdon

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Ende August waren Magdalena, Jaköbchen und ich für eine Woche in Südfrankreich. Wir wollten uns mal eine neue Ecke anschauen und fuhren diesmal in die östliche Provence, an den Rand der Verdonschlucht. Die Schlucht ist teilweise fast 700m tief und landschaftlich dementsprechend beeindruckend. Ein besonderes Flair wird ihr zudem von den hier wieder angesiedelten Gänsegeiern verliehen: es ist einfach toll, in solch einer großartigen Kulisse zum Himmel zu schauen und da die riesigen Vögel kreisen zu sehen.

Wir hatten uns vorab Tipps besorgt, wo man gute Blicke auf die Geier erhaschen kann, und fuhren auch schon am zweiten Tag mal zu einem Aussichtspunkt. Schon aus mehreren Kilometern hatte ich die ersten Vögel im Fernglas gefunden. Das wäre aber gar nicht nötig gewesen. Es gibt nämlich Parkplätze an den landschaftlich besonders reizvollen Stellen der Route des Cretes, die sich an den Steilklippen entlangschlängelt – und genau dort fliegen in schöner Regelmäßigkeit die Geier dicht vorbei. Also je spektakulärer der Ausblick, umso größer der Parkplatz und umso besser die Chancen auf hervorragende Geiersichtungen.

Gucken ist also recht leicht. Fotografieren weniger, denn die Gänsegeier starten erst am späten Vormittag in den Tag, wenn es genügend Thermik gibt. Da wir meistens sehr sonniges Wetter hatten, kann man das Knipsen dann aufgrund des harten Lichts ebenso gut sein lassen. So haben wir uns größtenteils mit eher dokumentarischen Schnappschüssen begnügen müssen. Andererseits hatten wir, während wir morgens darauf warteten, daß sich die Geier in die Lüfte erheben möchten, auch andere schöne Beobachtungen von Alpenkrähen und Felsenschwalben sowie auch von Schlangenadlern, Blauracke und Zippammer.

Verdon heißt aber nicht nur Gänsegeier. Gleich am Straßenrand und auf Brachflächen fanden wir – gemessen an der Jahreszeit erstaunlich – viele Schmetterlinge, darunter auch Arten, die bei uns kaum zu kriegen sind wie den Graublauen Bläuling. Und Makrofotografie macht ja auch Spaß. Vielleicht gerade weil es so schwierig war, von den Vögeln ästhetisch ansprechende Bilder zu bekommen, machte das Fotografieren der kleinen Falterchen Freude. Denn dabei hat man doch wesentlich mehr Kontrolle über die Gestaltung und die Lichtführung.

So vertrieben wir uns die Woche sehr schnell mit Faltern (bei schönem Licht), Geiern (bei scheiß Licht), länglichem Herumgegurke auf den Serpentinen, schändlicher Vernachlässigung der Landschaftsfotografie und dem Konsum billigen Rotweins. Ein schöner Urlaub!

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