Sperlingskauz

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Vor ziemlich genau einem Jahr hab‘ ich meinen ersten Sperlingskauz gesehen. Vorher hatte ich nur ein paar mal bei Kartierarbeiten welche gehört. Ein guter Freund führte mich im Mai 2014 zu einer Höhle, in deren Umgebung wir sofort auch das sich sonnende Weibchen entdeckten. Ich weiß noch, wie in dem Moment mein Herzschlag hochging und mir tatsächlich die Hände vor Aufregung zitterten – Gottseidank war ich noch geistesgegenwärtig genug, ein Stativ aufzubauen. Der Kauz saß hingegen völlig entspannt in der Sonne.

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In vorangeschrittener Dämmerung konnte ich den Kauz sogar noch mit Beute (wohl einem Wintergoldhähnchen) und schließlich bei noch weiter vorangeschrittener Dämmerung noch mit mehrsekündiger Belichtungszeit auf einer seiner Lieblingswarten fotografieren – für den Anfang und das erste Mal ein toller Erfolg!

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Sperlingskäuze kommen in Deutschland vor allem in den Mittelgebirgen vor. Ein Schwerpunkt mit ziemlich hohen Revierdichten liegt im Nordschwarzwald, wo ich auch zu meinen Bildern kam. Dem kürzlich erschienenen neuen deutschen Brutvogelatlas ist zu entnehmen, daß die Art sich in den letzten Jahrzehnten aber v.a. in Nord- und Ostdeutschland recht stark verbreitet und vemehrt hat, beispielsweise in die Tieflagen der Lüneburger Heide vorgedrungen ist und seit kurzem sogar in Schleswig-Holstein brütet. Der gesamtdeutsche Bestand wird auf rund drei- bis fünftausend Reviere geschätzt.

Im Schwarzwald dürfte es nicht allzu schwierig sein, bei gezielter Suche in geeigneten Lebensräumen ein Sperlingskauzrevier ausfindig zu machen. In diesem Frühjahr bekam ich ein Waldstück im Mittleren Schwarzwald zu kartieren und stieß in einem eigentlich etwas strukturarmen Wald unerwartet auf gleich drei Reviere, jeweils nur einige 100 m voneinander entfernt. Ich fand dort sogar ohne größere Anstrengung die Bruthöhle eines Paares. Zum Fotografieren eignete sich die Stelle allerdings nicht, da sich die Höhle auf knapp 10 Meter Höhe befand und die beiden Vögel kaum mal aus den Baumkronen herabkamen.

Daher kehrte ich vor kurzem mit Christian, Magdalena und Jaköbchen zu der Stelle im Nordschwarzwald zurück, die mir letztes Jahr freundlicherweise gezeigt worden war. Das Revier war wieder besetzt und es dauerte nicht lange, bis wir auch einen der Vögel zu Gesicht bekamen. Und hier klappte es dann – mit etwas Geduld – auch wieder mit Aufnahmen auf Augenhöhe, da sich der kleine Kerl immer wieder in junge Fichten setzte. Zunächst war er zwar, als er weiter oben auf einem abgestorbenen Ast saß, nur schwer zu entdecken gewesen, aber später konnten wir ihn für einige Augenblicke aus kaum drei Metern betrachten: Ein Prachtkerl!

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