September in Oberbayern 2/2

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Das bayerische Alpenvorland besticht nicht nur durch sehenswerte Fließgewässer (-> Teil 1), sondern auch durch einige kleine feine Moorseen. Ausgestattet mit Tipps von Joachim und eigenen Recherchen im Voraus, hatten wir uns eine Handvoll vielversprechender Seen vorgenommen zu besuchen. Der erste, weil unserer Ferienwohnung nächstgelegene, war der Wagenbrüchsee bei Krün, und der tat es uns so an, daß wir ihn gleich viermal aufsuchten und die anderen links liegen ließen – mit einer Ausnahme (s.u.).

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Am Wagenbrüchsee fielen uns sofort die unfaßbaren Mengen von Sumpf-Herzblatt (Parnassia palustris) auf. Im Schwarzwald zwar nicht übermäßig selten, aber doch eher zerstreut zu finden, waren hier neben fotogen einzeln stehenden Pflanzen wahre Herden zu sehen. Und das war nicht die einzige schöne botanische Entdeckung: Wir fanden Fieberklee (Menyanthes trifoliata), der eigentlich im Frühjahr blüht und hier vereinzelt eine zweite Blüte schob, und dann überraschend auch viele Herbst-Drehwurzen (Spiranthes spiralis), eine Orchidee, die uns beiden bisher nur aus dem Buch bekannt war.

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Und es dauerte nicht lange, bis uns ein weiterer erfreulicher Fund vor die Füße flatterte:

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Gebänderte Heidelibellen hatten wir zwar kürzlich erst ausgiebig in Südbaden fotografiert, aber bei dieser fotogenen Art konnte ich mich nicht zurückhalten und schoß einige Bilder. Die Libellen präsentierten sich aber auch wie aus dem Ei gepellt…

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Bei einem von zwei morgendlichen Besuchen zählte ich 23 Gebänderte, 12 Schwarze und eine Große Heidelibelle, außerdem einen Großen und zwei Kleine Blaupfeile, und ein paar Kleinlibellen (Federlibelle und Becherjungfer). Die Schwarze ist im Allgemeinen nicht selten, vielerorts sogar sehr häufig, aber gerade im Südwesten nur sehr spärlich vertreten. Daher freute ich mich, auch diese Art dieses Jahr fotografieren zu können, einmal sogar direkt neben einer Gebänderten im taunassen Gras ruhend:

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Die Morgenstimmungen am See wären aber auch schon ohne die hübschen Libellen das frühe Aufstehen wert gewesen.

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Der einzige andere von uns besuchte Moorsee war der Luttensee bei Mittenwald. Dort hat man eine gute Sicht auf das Karwendelgebirge, und abends wird es sogar hübsch von der Sonne angeleuchtet, was wir möglichst anständig im Foto festhalten wollten. Zoologisch und floristisch hat der See nach unserem flüchtigen Eindruck nicht so viel zu bieten wie der Wagenbrüchsee, doch die Aussicht an diesem Abend lohnte sich definitiv:

Wir hatten nämlich großes Glück, daß nach zwei Tagen mit sehr durchwachsenem Wetter die Wolken gerade im richtigen Moment und an der richtigen Stelle aufrissen und die Sicht auf das schroffe, im Abendlicht leuchtende Karwendelgebirge freimachten. Aus fotografischer Sicht hatte ich mir den See etwas „einfacher“ vorgestellt, denn auf den Bildern, die ich mir vorher angeschaut hatte, stand bei weitem nicht so viel Schilf im Vordergrund. Die Bergspiegelung kam erst einigermaßen aufs Bild, indem ich den Selbstauslöser startete, das voll ausgefahrene Stativ möglichst weit hochreckte und die Kamera so auf eine Höhe von knapp 3 Metern brachte. Dem fertigen Bild sieht man das damit verbundene Gewackel zum Glück nicht mehr an…

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