September in Oberbayern 1/2

Zur Zeit bin ich dabei, den fotografisch recht ertragreichen Spätsommer aufzuarbeiten. Anfang September waren Magdalena und ich ein paar Tage im bayrischen Voralpenland und steuerten Ziele wie die Obere Isar, hübsche kleine Moorseen und die bekannte Partnachklamm an. Ins nahe Karwendelgebirge haben wir es leider nicht hochgeschafft – zu wenig Zeit und v.a. zu faul – aber das ist auch gar nicht nötig, denn die Umgebung gibt schon genug her.

Die Obere Isar ist wohl einer der letzten Wildflüsse in Deutschland, zumindest im Vergleich mit den komplett begradigten und regulierten Flußläufen im Rest der Republik. Die Zunft der Wasserbauer hat zwar auch in die Isar hier und dort ein wenig eingegriffen, doch insgesamt bietet sich ein bemerkenswert natürliches Bild: Ein ausgedehntes mäandrierendes Flußbett mit zahllosen großen und kleinen Kiesbänken, Untiefen, Abrutschungen, Treibgut in allen Größen, Nebenarmen und stehenden Pfützchen. Das türkisgrüne Wasser der Isar läßt diesen seltenen Anblick noch ungewöhnlicher erscheinen.

Die Vegetation steht durch die ständigen Umwälzungen unter Streß: Nur kleine Weidengehölze, kurzlebige Pioniere und wenige Spezialisten können hier gedeihen, wie z.B. die Weiße Silberwurz (Dryas octopetala). Eine zoologische Besonderheit stellt der Kiesbank-Grashüpfer (Chorthippus pullus) dar, der auf den Kiesflächen an der Isar eins seiner ganz wenigen Verbreitungsgebiete in Deutschland hat und aufgrund der Zerstörung seines Lebensraums extrem selten geworden ist.

Neben der Isar schauten wir uns auch die Partnachklamm an, eine recht bekannte Schlucht bei Garmisch-Partenkirchen. Die Klamm ist sehr beeindruckend und würde sicher sehr viele Motive bieten, aber trotz der etwas fortgeschrittenen Jahreszeit war es so unfaßbar voll darin, daß wir nicht die rechte Ruhe für anständige Bilder hatten. Wenn man alle paar Sekunden das Stativ zur Seite rücken muß und einem dabei von allen Seiten die Tanten ihre Regenschirme an den Kopf hauen… zumindest ich habe relativ schnell Geduld und Gelassenheit verloren. Vielleicht lohnt sich ein Besuch zu einer anderen Jahreszeit ohnehin mehr, es gibt z.B. sehr vielversprechende Bilder der Klamm im Winter. Muß man also auch irgendwann noch mal hin.

In den nächsten Tagen folgt ein weiterer Bayern-Blog über die empfehlenswerten kleinen Moorseen.

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