Gelbbauchunke (Bombina variegata)

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Im vergangenen Sommer habe ich mich mehrmals mit Gelbbauchunken beschäftigt. Diese putzigen kleinen Amphibien leben in temporären Kleingewässern und haben daher ihren natürlichen Verbreitungsschwerpunkt im Bereich von Flußauen mit wechselndem Wasserstand. Da die Auen aber größtenteils zerstört sind, weichen die Unken häufig in Sekundärlebensräume aus, wie kleine Tümpel in aufgelassenen Steinbrüchen und auch wassergefüllte Fahrspuren. Da solche Lebensräume oft nicht lange bestehen, sind die Unken viel unterwegs, laichen den ganzen Sommer über und wechseln dabei immer wieder das Gewässer. Damit reduzieren sie das Risiko, daß ihre Nachkommen eingehen, wenn ein Kleingewässer mit Kaulquappen zu früh austrocknet. An meinem Hauptunkenspot im Freiburger Mooswald – ein paar leicht bewachsene Fahrspuren von Forstfahrzeugen – trieben sich Mitte Mai noch rund 50 ausgewachsene Tiere herum; einen Monat später waren die meisten davon zu anderen Stellen gewandert. Es sind also keine Explosivlaicher wie z.B. Grasfrosch und Erdkröte, die innerhalb weniger Tage im Frühjahr allen Laich produzieren, sondern pflanzen sich den Sommer über und teilweise bis in den Herbst hinein fort. Spätestens nach den ersten Frostnächten ziehen die Unken sich in ihr Winterquartier zurück, welches zwischen Steinen, unter Rindenstückchen, in kleinen Höhlen oder halb vergraben sein kann.

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An den Bildern läßt sich schon erahnen, daß das Fotografieren eine sehr matschige Angelegenheit ist. Ohne Plastiktüten als Kameraschutz und zum Drauflegen braucht man oft gar nicht erst anzufangen. Ich habe meistens versucht, mit der Kamera so tief wie möglich zu kommen, damit man auf den Bildern wenigstens ein bißchen vom gelben Bauch sieht. Das hieß, die Ausrüstung auf den Boden zu werfen, den Unken hinterher halb ins Wasser zu schieben und nachher gründlich abzuschrubben. Der Bauch ist übrigens bei jedem Individuum unterschiedlich gezeichnet und taugt als Fingerabdruck. Ferner unterscheiden sich die Populationen örtlich in der Ausdehnung und Intensität des Gelbtons, sodaß daran sogar Unterarten festgemacht werden können.

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1 Response to “Gelbbauchunke (Bombina variegata)”



  1. 1 Steinbruchunken | Lukas Thiess Naturfotografie Trackback zu 8. Juli 2014 um 11:31

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